


| Fazit |
|
|
|
Bürgerbeteiligung stärken und Kommunikation verbessernDie Diskussion um den Erhalt des alten Amtsgerichtgebäudes und der Konflikt um die Rotbuche am Königshof haben ein breites Interesse der Mettmanner Bevölkerung an der Problematik der Stadtentwicklung, insbesondere der Stadterneuerung und der ökologischen Verantwortung, offen gelegt. Die Stadt muss, wie in unseren ‚Perspektiven’ entwickelt, eigene Zielvorstellungen zu einem Gesamtkonzept formulieren, um den Prozess der Stadtentwicklung nachhaltig steuern zu können. Ansonsten kann es allzu leicht geschehen, dass partielle Interessen einzelner Gruppen dem Gesamtwohl übergeordnet werden. Grundsätzlich ist das bürgerschaftliche Engagement in Form von Initiativen zu begrüßen. Es gilt aber auch, deren Einbindung in städtische Politikfelder immer wieder öffentlich transparent zu machen, um den Mettmannerinnen und Mettmannern das Nachvollziehen des gesamten städtischen Entscheidungshandelns zu ermöglichen.Bürgerbeteiligung, wie wir sie verstehen, bedeutet auch, den Bürgerinnen und Bürgern eine angemessene Teilhabe am Entscheidungsprozess selbst zu ermöglichen. Dies beinhaltet nicht zuletzt auch, die Öffentlichkeit über getroffene Entscheidungen und vollzogene Prozesse gut zu informieren. Viele Zusammenhänge in der Stadtentwicklung Mettmanns aber werden nur unvollständig thematisiert und im Nachhinein zu wenig erklärt. Hier haben Rat und Verwaltung eine deutliche Informationspflicht und eine Chance, die öffentliche Akzeptanz ihrer Entscheidungen zu erhöhen. Das Potential einer engagierten Bevölkerung sollte in zukünftigen Stadtumbauprozessen wesentlich stärker als bisher genutzt werden. Verschiedene Formen sind dafür denkbar, vom offenen „Runden Tisch“ über projektbezogene Arbeitskreise bis hin zu langfristig orientierten Planungswerkstätten. In institutionalisierter Form könnte ein regelmäßig stattfindendes „Forum Stadtentwicklung“, offen für alle Bürger und Bürgerinnen, Anfragen und Stellungnahmen in die zuständigen Ausschüsse des Stadtrates einbringen. Gerade die Einrichtung von kompetenten Gestaltungsbeiräten, wie sie in anderen Städten erfolgreich arbeiten, wäre für Mettmann ein fruchtbarer Ansatz. Räumlich bietet sich neben der Stadthalle im Zentrum der Innenstadt das benachbarte Mehrgenerationenhaus als „Kristallisationskern“ einer nachhaltigen Bürgerbeteiligung an, zumal hier generationenübergreifende Konzepte der Gemeinwesenarbeit ohnehin praktiziert werden und zukünftig stärker unterstützt werden sollten. Zu einem intensiveren Informationsaustausch zwischen Politik, Stadtverwaltung und Bürgerschaft bleiben schließlich alle Seiten aufgefordert. Rats- und Ausschuss-Sitzungen sind zwar größtenteils öffentlich, werden aber oft nur von wenigen Mettmannerinnen und Mettmannern besucht. Gleichwohl wird seitens der Bürgerschaft der Anspruch nach besserer Information zunehmend bekräftigt. Die Berichte der Lokalpresse reichen hier nicht aus. Das Angebot zum Meinungsaustausch, beispielsweise durch Diskussions- und Vortragsveranstaltungen und an Info-Ständen der kommunalpolitischen Parteien, wird jedoch wenig genutzt.
|
||||